Vorbemerkung

Zu dem seit der Mitte der 1930 auf Geheiß Hermann Görings errichteten Fliegerhorst Fritzlar gehörte auch der Bau eines Offizierscasinos, das 1945-1951 dann von den Amerikanern weiter genutzt wurde. Ab 1951 dürfte auch die französischen Offiziere hier ihre Bleibe gefunden haben. 
      Es war bekanntlich nicht das erste seiner Art in der Stadt: zuvor gab es bereits seit dem späten 19. Jahrhundert eine ähnliche Einrichtung am Domplatz (später "Lioba-Haus") und und 1909-1945 in der Alle 6.

Zur Betreung der Unteroffiziere und Mannschaften diente zunächst der Saal im "Hotel Kaiserpfalz", das damals noch von der Fam. Bringmann betrieben wurde. Man erkennt den "Balkon" für die Kapelle, die ihren Platz wie üblich (s. auch am Flugplatz und dem Casino der Artillerie von 1904 in derAllee 6) oberhalb der Tanzfläche fand. Die Bühnenfläche gegenüber diente wohl als eine Art Separé für die Dienstgrade. Die Möblierung war zeitgemäß modern im Stile fran-zösischer Caféhäuser während der 1950er Jahre (naja, eben so ein bißchen "Montmatre")eingerichtet. Über die geselligen Geschehnisse der damaligen Zeit liegen bislang kaum Berichte vor.

Erst im Jahre 1954 wurde für das Panzeraufklärungsregiment „5ème Régiment de Hussards“ das „Foyer de Garnison“ erbaut, das aber bereits ein Jahr später (n. voneinander abweichenden Quellen) der entstehenden Bundeswehr, die allerdings erst im Herbst 1956 in Fritzlar einrückte, übergeben worden sein soll.
 

Der folgende Text entstammt einem Artikel des WOCHENSPIEGEL Nr. 16/3 vom 18. April 1969, S. 1-2. Der Autor läßt sich nicht mehr ganz sicher bestimmen, das Photo wurde damals von dem Berufsphotographen und Mitglied von Ar-beitsgemeinschaft und Museumsverein Richard Orendt gefertigt, der üblicherweise eng mit dem Lokalredakteur der Hessischen Allgemeinen (FHA oder HNA) und führenden Museumsmitarbeiter Hans Heintel zusammenwirkte.

UNSERE STADT IN DER WIR LEBEN
 - Das Soldatenheim -

Es ist uns noch bekannt, daß die ehemalige französische Besatzungsmacht in 1951 in der Waberner Straße für ihre Soldaten ein Gebäude mit der Bezeichnung "Foyer de Garni­son" hatte errichten lassen. Nach der Übergabe der mili­tärischen Anlage in Fritzlar an die Bundeswehr in 1955 dien­te es als Unterkunfts- und Verwaltungsgebäude für die Mili­tärpolizei. Die Kasernierung dieser Einheit erfolgte im Herbst 1968, so daß ab diesem Zeitpunkt der Wunsch der Bundeswehrsoldaten auf Einrichtung eines Soldatenheimes in Erfüllung gehen konnte. Nach Durchführung größerer Re­novierungen und baulicher Änderungen mit einem Kosten­aufwand von 150. 000,-- DM war dann am 10. April 1969 die Eröffnungsfeier.

Die Trägerin dieses Hauses ist die Evangelische Arbeitsge­meinschaft für Soldatenbetreuung e. V. in Bonn in Zusam­menarbeit mit der EAS, im Wehrbereich IV e. V. Zur Ver­waltung dieses Hauses wurde ein Kuratorium, bestehend

aus Vertretern der Soldaten und ortsansässigen Behörden, ge­bildet und hauptamtlich das Ehepaar Johann MASCHMANN angestellt.

Das Soldatenheim ist schlicht und doch geschmackvoll ein­gerichtet. Es steht allen Soldaten der Bundeswehr zur Ver­fügung und ist gleichzeitig als Treffpunkt für die Angehöri­gen der Soldaten und Bürger der Stadt gedacht. Jeder kann sich dort aufhalten und unterhalten, Ein Zwang zum Ver­zehr ist nicht gegeben. Unterhaltungsgeräte stehen in genügender Anzahl zur Verfügung. Auch eine größere Bü­cherei mit Fach- und Unterhaltungsliteratur ist vorhanden.. In dem Soldatenheim hat jeder Bundeswehrangehörige Ge­legenheit, seine Freizeit völlig nach eigenem Willen zu gestalten. Außerdem ist daran gedacht, eine Kinderbetreu­ung in Form eines Kindergartens einzurichten, Das „Haus der offenen Tür“ ist eine vorbildliche Einrichtung und wir sind der Überzeugung, daß Soldaten und Nichtsoldaten sich dort Wohlfühlen werden.

Auch der Küchen- und Bewirtschaftungsbetrieb ist so einge­richtet, daß in dem Haus größere Veranstaltungen durch­geführt werden können. Es bleibt der Initiative des Kura­toriums überlassen, Unterhaltungsabende, Konzerte oder Theaterabende durchführen zu lassen, denn die hierfür erforderlichen Räumlichkeiten sind vorhanden. Der zweite Bauabschnitt mit einem Kostenaufwand von ca. 200. 000, -- DM sieht eine Bühneneinrichtung, eine Kegel­bahn und den Heizungsumbau vor. Bereits in 1970 sollen diese Vorhaben zur Durchführung kommen.

 

Seit vielen Jahren (2004) betreuen nun Andrea und Ingo Lück diese Einrichtung, deren Namen vom "Soldatenheim" zu "Haus an der Eder" wechselte und inzwischen als "Oase" auch im Internet zu finden ist.

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                                   Titeldesign: nach Kathrin Beckmann                      

                                                                                 Dank an Karl Burchart, Horst Euler, Marlies Heer, Klaus Leise und Wolfgang Schütz für Hinweise und Tipps,                                                                                                                                                                                     Johannes de Lange für die Scan-Vorlagen

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