Vorbemerkung

Dr. Joseph Bergmann (1911-1996) war ein Schüler Prof. Dr. Gero v0n Merharts und hatte bereits in den 1930er Jahren in Marburg über bronzezeitliche Grabfunde in der Ilmenau promoviert. Der Krieg verhinderte aber seine weitere berufli-che Karriere. Als er in der ersten Hälfte der 1950er Jahre aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft heimkehrte folgte er Dr. Hermann-Müller-Karpe als Leiter der Ur- und frühgeschichtlichen Abteilung am Landesmuseum Kassel nach. Während Ersterer sich mit der wissenschaftlichen Erschließung älterer Fundkomplexe aus der Niederhessischen Urgeschichte eher zugunsten von Fachkollegen beschäftigte, begann Bergmann zunächst mit der Rekonstruktion der durch die Kriegsein-wirkungen beeinträchtigten Sammlungsbestände und einer Neuordnung der Archive. Sein dafür entwickeltes Inventar-system, das sowohl den Anforderungen der Bodendenkmalpflege wie der Forschung genügen sollte, konnte in einer vor-digitalen Phase als durchaus fortschrittlich gelten. Neben seinet Dissertation publizierte er in den "Kasseler Beiträgen für Vor- und Frühgeschichte" (KBV 1-6) die Arbeiten von Waltraut Schrickel zum Wartberg bei Kirchberg, die Grabungen von Dr. Norbert Wand auf dem Büraberg (1967-70/73) und seine eigenen umfassenden Ausgrabungen auf dem Urnen-gräberfeld von Vollmarshausen bei Kassel, wobei er dort z. T. neue Maßstäbe setzte. Auch die erstmalige Erfassung kai-serzeitlicher Funde durch Dr. Gerhard Mildenberger fällt noch in seine Amtszeit, während für die Veröffentlichung der Grabung auf der Wüstung Holzheim bei Fritzlar (1976-1985) im Jahre 2002 schon seine langjährige Assistentin und Nach-folgerin Dr. Irene Kappel zuständig war. 
      An der aus der Zwischenkriegszeit stammenden Regelung, daß die Gebietsarchäologen in der Universitätsstadt Mar-burg beheimatet waren (v. Merhardt, Otto Uenze, Rolf Gensen), die Sammlungszentrale jedoch in der alte Residenzstadt Kassel, hatte sich zunächst nicht geändert. Dieser Ordnung folgend bemühte sich auch Bergmann um eine Monopolstel-lung seiner Archive und war zunächst nicht sehr erbaut, als sich die Ur- und frühgeschichtliche Arbeitsgemeinschaft Fritzlar aus einem gelegentlichen "Freizeitvergnügen" in eine aktive, zunehmend professionell wirkende Gruppe verwan-delte, die -mit Unterstützung der Landesarchäologie- durchaus seriöse Ergebnisse vorweisen konnte, die sie dann auch noch in einem eigenen Museum präsentiert sehen wollte. Es bedurfte einer ganzen Weile und großer Anstrengungen, bis Bergmann doch bereit war, die neue Entwicklung zu akzeptieren und sogar durch diverse Lehrgänge die AG-Mitglieder und schließlich auch besonders Egon Schaberick zu qualifizieren. 
      Die vorliegende Broschüre, von der hier die 2. Auflage 1958 vorgelegt wird, stammt aus dieser Zeit, in der sich Joseph Bergmann auch bemüht hat, die bisherige archäologische Forschung in Nordhessen über den Kreis der Fachwis-senschaftler hinaus (wie es zuvor üblich gewesen war) für weitere Kreise der Bevölkerung populär zu machen. Das DIN A5-Format dieser Hefte (im Taschebuchformat), zunächst im preiswerten schwarz/weiss-Druck, begründete eine lange Tradition, die bis heute andauert.

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