Vorbemerkung

Bereits August Boley, Hans Heintel, Egon Schaberick und weitere Betreuer beklagten immer wieder Spuren, die nicht auf touristisch, historisch oder wissenschaftlich Interessierte am Bodendenkmales zurückzuführen waren sondern von Unachtsamkeit, Respektlosigkeit und  Verwahrlosung, ja "Vandalismus" am Objekt zeugten. Dazu zählte sicher auch zeitweilig, daß der Ort durch seine (vielleicht "gruselige") Atmosphäre bei der benachbarten Jugend einen gewissen Reiz für kleinere oder größere Festevents geboten zu haben scheint. Jedenfalls wurde immer wieder von Glasscherben, orga-nischem, Plastik-  und Papierabfall berichtet, der -neben den noch unmittelabaren Witterungseinflüssen- der Anlage Schaden zufügte. Gegen letzters erichtete dann der Landkreis Schwalm-Eder als Eigentümer ein Schutzdach. Das för-derte dann aber den Mißbrauch eher. Denn der Müll, zu dem dann auch Kondome und Fäkalien zählten wurde, kaum weniger, und man sah sich genötigt nun auch auch noch die Seitenwände der Konstruktion zu vergittern (und die Basis -wegen Unterwühlung- zu betonieren). 
      Nach der Wende 1989 kam dazu ein eigenartiges Phänomen, mit dem das benachbarte Regionalmuseum Fritzlar als archäologischer Ansprechpartner konfrontiert wurde: Es gab augenscheinlich eine Reihe seit kurzem zugewanderter Russlanddeutscher, die (wie gelegentlich auftetende Esoteriker zuvor) von einer "Kraft" angezogen waren, die dieser Bau angeblich ausströmen sollte. So wurde der Betreuer gebeten solchen Gruppen, die zunächst ein archäologisch-histo-risches Interesse vorgaben, Zugang zu gewähren, die dann aber begannen eigenartige Riten mit zahlreichen Kerzen und Blumensträußen zu zelebrieren, die sprachlich (russisch!) zwar unverständlich waren aber wohl mit der Lösung ge-sundheitlicher Probleme (bis hin zu Tumorerkrankungen) zu tun hatten. Glücklicherweise waren einige Beteiligte auf Nachfrage bereit diese Verhalten zu erläutern. In Osteuropa (z. B. auf der Krim) gibt es dem Galerigrab ähnliche megalithische Konstruktionen, die sich bis nach Sibierien (um den Altai herum) finden, einige kennen sogar Durch-lochungen wie bei uns (Model im Regionalmuseum). Es muss den dortigen Einwohnern schon früh klar geworden sein, daß solche Großsteinbauten nicht einfach "vom Himmel gefallen" (Götter) oder von "Riesen" errichet worden sind sondern das Werk fleißiger Menschen waren. So kam es zu dem, was wir im Museum scherzhaft das "Sibirische Kraft-erhaltungsgesetz" nannten. All diese tonnenschweren Blöcke waren einst nur mit unendlichem Kraftaufwand in ihre Position gebracht worden: diese Kraft, welche man in die Bewegung der Stücke gesteckt hatte, waren als eine Art mengenmäßige "Entität" in den Blöcken jedoch noch immer erhalten, und es galt mit geeigneten Methoden wieder an dieses Potenzial zum eigenen Nutzen zu gelangen! Dazu konnte auch die Lösung von Problemen sexueller Potenz und Fruchtbarkeit gehören, wie häufiger berichtet wurde. Leider hatte sich bereits im ursprünglichen Wohngebiet (also ganz Russland zwischen Wolga und Altai) allerlei Scharlatanerie breitgemacht, die im Westen dann z. B. schon durch eine angeblich in der Schweiz lebende Seherin namens "Anastasia" (na, wie auch sonst) durch Buch- und Ratschlag-Verkauf  kommerziell ausgenutzt worden ist.
      Es bedurfte großer Mühe und Überzeugungskraft den Betroffenen diese Einstellung auszureden oder wenigstens ihre manchmal geradezu  fanatischen Aktivitäten zu mäßigen. Denn auf eine einfache Zurückweisung konnte auch grob reagiert werden. Die heute gelegentlich immer wieder aufgefundenen Blumensträuße am Grab erinnern noch an diese Vorkommnisse.

Hessisch-Niedersächsische
Allgmeine vom 22. April 2005,
Nr. 093, S. 08























Steinkammergrab Lohne/Züschen:

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