Vorbemerkung

Der Artikel von W. Stock über die Stadtbefestigung von Fritzlar erschien 1902 bis 1904 und bildete in gewisser Weise die Fortsetzung der Arbeiten des Bibliothekars Carl Bernhard Nicolaus Falckenheiner (1798-1842) aus dem Jahre 1841 und des Landrates Christian Ludwig Weber (1806-1879), die dieser 1873 in der ZHG publiziert hatte. Von Stock (Lebensdaten unbekannt) stammen auch noch die Beschreibungen der Stadtbefestigungen von Bernau (1905-06) und Templin (1906-07) Der Text bildete dann eine der Quellen, auf denen die von Karl Burchart und Alfons Brüggemeier im Jahre 2004 erstellte Schrift "beschlieszt die thor, last niemand ein! Die Stadtbefestigung Fritzlars im Mittelalter zwischen Haddamar- und Schildertor" fußte.  Interessanterweise zeichnet sich bei Stock eine erste Ahnung von der tatsächlichen Gestalt und Dimension der Königs- resp. Kaiserpfalz in Fritzlar ab, wenn er die Positionen und Verteilung der steinernen Wohngebäude (Kurien) für die Chorherren um den Dom- und den heutigen Dr. Jestädt-Platz als "burgähnlich" beschreibt. Daß diesem Ansatz erst 115 Jahre später in den Arbeiten von Jürgen Kneipp und Johann-Henrich Schotten auf den "Spuren der Kaiserpfalz" archäologisch nachgegangen und nicht schon 40 Jahre früher den Anregungen des Mittelalterhistorikers Walter Schlesinger, Marburg,  gefolgt wurde, ist bedauerlich, mag aber durch zukünftige Forschung einst zu einem erfolgreichen Ergebnis führen.
      "Der Burgwart" war, wie zu lesen, das "Organ der Vereinigung zur Erhaltung deutscher Burgen", einer Einrichung, die heute noch als "Deutsche Burgenvereinigung e. V."  existiert und in Verbindung mit dem "Deutschen Burgeninstitut in Brauchbach (Marksburg) "Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege"  sowie "Mittei-lungen" für ihre Vereinsmitglieder herausgibt. Der Gründer und Herausgeber war seit 1899 der damals sehr bekannte Architekt Bodo Ebhard (1865-1945), der großen Zuspruch von Kaiser Wilhelm II. genoss, der ihm unter anderen auch die nach den Maßstäben der Zeit wissenschaftlich basierte Rekonstruktion der Hochkönigsburg im Elsass verdankte.  Die Bedeutung Ebhards ist durchaus mit der seines älteren Kollegen, dem Architekten Eugene Viollet le-Duc (1814-1879) in Frankreich zu vergleichen. Als wissenschaftlicher und denkmalpflegerischer Widersacher ist der Kunsthistoriker Georg Dehio (1850-1932) zu sehen, der den Schwerpunkt seiner Arbeit eher in der Erhaltung als der Rekonstruktion sah. Beide bildeten denkmalpflegerische "Schulen", deren Fehden gelegentlich heute noch, auch in Fritzlar, zu beobachten sind. Genannt seien nur die Diskussionen um die Altstädte von Frankfurt, Warschau, Danzig, Breslau und Kassel, die Frauenkirche in Dresden, das Stadtschloss in Berlin oder die Garnisonskirche in Potsdam, um nur die bekanntesten zu nennen. 
      Die hiesige Digitalisierung beruht auf einer Akte aus Original-Photokopien (Fraktur) und einer maschinen-schriftlichen Fassung, die ich von Karl Burchart erhielt, wofür ihm hier herzlich zu danken ist. Die Qualität der Zeichnungen (bzw. der Kopien), die ein wenig an das Buch "Burgenkunde....." (1985) des Zeitgenossen Otto Piper (1841-1921) erinnert, ist leider sehr schlecht. Außerdem kam zu den erkennbaren Tippfehlern des Typoscriptes wohl noch eine zu vermutende Rechtschreibreform im Deutschen Reich zwischen 1902 und 1904, die nicht ich nicht in jedem Fall nachvollziehen konnte und wollte.

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                                                                                        Dank an Horst Euler, Marlies Heer, Klaus Leise und Wolfgang Schütz für Hinweise und Tipps,                                                                                                                                                                                                           Johannes de Lange für die Scan-Vorlagen

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