Vorbemerkung

Schon Wilhelm Dilich war in seiner "Hessischen Chronik" im Jahre 1605 der Meinung, der von Tacitus beschriebene und von Germanicus zerstörte Hauptort der Chatten mit dem Namen "Mattium" müsse dort gelegen haben, wo sich später die Altenburg bei Niedenstein fand. Dies muss sich irgendwie in die nordhessische Seele eingegraben haben, denn eine Reihe von Lesefunden, zu denen auch Goldmünzen gehörten (hier als "Regenbodenschüsselchen" bezeichnet), führte in den Jahren 1905-1911 zu systematischen Ausgrabungen durch J. Boehlau, G. Eisentraut und H. Hofmeister, die für das Hessische Landesmuseum in Cassel tätig wurden und eine Reihe von hochinteressanten Funden und Befunden bargen, dokumentierten und bereits 1909 eine erste Publikation erstellten. 
      Damit schien das "Mattium"-Problem gelöst, und die Erinnerung daran fand noch bis in die 1950er Jahre ihren ihren Nachhall. Der folgende Artikel, von dem wir den Autor nicht kennen, lebt gerne noch ganz den germanisch-chattischen Mythos, allerdings hält auch Dr. Joseph Bergmann, der Leiter der ur- und frühgeschichtlichen Abteilung des Kasseler Landesmuseums im Folgejahr 1958 diese Anlage für die schriftlich überlieferte Metropole, allerdings nicht mehr mit dem Pathos verbunden, von dem wir hier lesen. Ob der eine Verfasser mit dem andren in Verbindung stand, oder ob die beiden Aufsätze zeitlich rein zufällig so nahe aneinanderliegen, ist heute nicht mehr feststellbar.
      In der Folgezeit zeigten die Forschungen jedoch, daß diese (in Wirklichkeitb wie wir inzwishcen wissen erheblich größere) Anlage in die Spätphase der keltisch geprägten Kultur der letzten beiden vorchristlichen Jahrhunderte gehört, und ihr Ende mit einer römischen Eroberung nichts zu tun hat. 
      Den "vorletzten" Stand der Wissenschaft bietet die Arbeit von Ulrike Söder: Die eisenzeitliche Besiedlung der Alten-burg bei Niedenstein, Schwalm-Eder-Kreis. Rahden, Westfalen, 2004 (Marburger Studien zur Vor- und Frühgeschichte, 21), aber die Arbeiten gehen -mit neuesten technischen Methoden (wie z. B. LIDAR-Scans)- weiter.

Aus: "Die Heimatwarte" vom September 1957, S. 321-232

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